Synchrone und Asynchrone Kommunikation. Was das ist mal ganz kurz:
Ein Gespräch direkt oder ein Telefonat ist sehr synchron, oftmals sogar parallel (Das nennt man dann Durcheinanderschwätze). Aktion gefolgt von einer unmittelbaren Reaktion:
“Du Depp!” “Selber”
Oder aber am Telefon, wenn es, von männlicher Seite aus, zu einer gewissen Asynchronität kommt, hört Mann dann oft:
“Warum sagst nix mehr?”
Ein Chat, via IRC, Skype, IM oder auf welcher Plattform auch immer ist da schon um einiges asynchroner. Wobei, je nach dem wer mein Chat-Partner ist, diese Asynchronität schwangt. Teils dauert die Reaktion mehrere Minuten, weil der Gegenüber einfach noch mit anderen Dingen beschäftigt ist oder lange überlegen muss, wie er auf meine ausgesprochen eloquent gestellte Frage antwortet:
“Alles fit im Schritt?”
5min Pause
“Boah, ey, klar. Und selbst? Das Jucken wieder weg?”
Ist mein Gesprächspartner aber z.B. meine SIL (Sister in Law), muss ich aufpassen, nicht allzuviel zu schreiben, weil eine Antwort-Verzögerung von 15 Sekunden gleich:
“Bisch noch da?”
mit sich bringt!
Also hängt die Synchronität beim Chat von den Teilnehmern an.
eMail, Fax und Brief geben dem ganzen noch einen weiteren Touch zum ungestörten Arbeiten.
Wobei in vielen Firmen mittlerweile eine Chat-Mentalität via eMail entsteht und wenn die Antwort nicht bin einer Frist (X-Rang des Absenders) erfolgt, das Telefon klingelt. Was ja eh besser und schneller und damit effizienter gewesen wäre… (Ja ich weiß, man hätte es aber schriftlich…. Deppengeschwätz!)
Nun kommen wir, also ich, oder auch ihr, weil ihr ja tatsächlich noch mitliest, zu Twitter.
Bei Twitter muss man ja zu erst drei Arten der Mitteilung unterscheiden:
Einen normalen Tweet: “Bin Kaffee kochen!”
Eine Antwort, Mention, @-Tweet: “@Kaffeemaedel Was für Kaffee kochst Du denn?”
Und einer DirektNachricht, die einer SMS, einer eMail gleich kommt: “Den gaaanz teueren”
In dieser Reihenfolge steigt auch die Asynchronität an. Einen normalen Tweet eine Stunde nach Absendung zu kommentieren, naja, kann Sinn machen, verwirrt aber i.A. die meisten, weil man schon gar nicht mehr weiß um was es ging. Wie wenn der langsame Horst ne Stunde nach Abpfiff des Bundesliga-Tages laut “Toooooor” ruft. Jo? Passt schon!
Besonders synchron müssen Reaktionen zu aktuellesten Dingen sein, z.B. #DSDS. Wenn da dann die Hälfte der Hartz4 empfangenden Nation vorm LCD UND Twitter sitzt, muss man unmittelbar und sehr schnell reagieren. Es bringt nix, wenn man eine Minute später über die Olle mit dem Tattoo auf dem Hals herzieht und mittlerweile schon der Dicke mit der Blockflöte vorsingt. Geht halt nicht. Als ausgesprochen hinderlich hat sich in der Situation auch das Fernsehen via PVR herausgestellt…
Bei einer Antwort an mich, okay, da darf es dann ein kleines bisserl länger dauern, hängt aber auch vom Inhalt ab, naja, davon hängt es immer ab, ob man überhaupt reagiert!
Und DirektNachrichten sind halt wirklich wie ne eMail. Da kann es auch mal dauern. Gerne…
Oder auch zusammengefasst: Twitter durchzieht die Synchrontiät der Kommunikation in voller Bandbreite, wie fast kein zweiter Online-Kommunikations-Kanal!